Meine Erfahrungen - Wissenschaftliche Gesundheitssystemgestaltung

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Meine Erfahrungen

Wer bin ich?
 

Schon sehr früh war mir klar, dass eine breite Erfahrungsbasis für mich wichtig ist. Nur Theorie, nur Wissenschaft, nur Verbandsarbeit sind kein ausreichender Erfahrungsschatz. Bis einschließlich zur Geschäftsführung im Klinikum Dortmund war es auch mein Verständnis, nicht mich als Person in den Vordergrund zu stellen, sondern meine Kenntnisse und Fähigkeiten dem jeweiligen Zweck, der jeweiligen Aufgabe zur Verfügung zu stellen.  Die Demut gegenüber der jeweiligen Aufgabe und den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, ist eine wichtige Voraussetzung, die mich zu meinen Erfahrungen geführt hat und Basis meiner Motivation ist.

Die Breite meines Interessensgebietes hat dazu geführt, dass ich als Referent bei der ÖTV alle drei Fachgebiete Arbeitsschutz, Gesundheitspolitik und soziale Selbstverwaltung abgedeckt habe. Ich betreute sowohl das Gesetzgebungsverfahren zum Gesundheitsstrukturgesetz (GSG), sowie den Weiterentwicklungen in den Folgejahren, zum Arbeitszeitgesetz, zur Pflegeversicherung. Ich war Mitglied der Konzertierten Aktion im Gesundheitswesen (KAiG), im Bundespflegeausschuss, war Sachverständiger in Anhörungen zur Gesundheitsgesetzgebung. Ich schulte in englischer Sprache koreanische Pflegekräfte, bulgarische und polnische Gesundheitsbeschäftigte zum Gesundheitssystem. Ich nahm an internationalen, vor allem europäischen Projekten und Konferenzen, bisweilen als Koordinator, teil. Ich schrieb zusammen mit dem Kollegen W. Schelter einen Kommentar zum Arbeitszeitgesetz, veröffentlichte zur betrieblichen Gesundheitsförderung, arbeitete zum beteiligungsorientierten Management und war 1996 der Bearbeiter des ein Jahr später veröffentlichten Basispapiers „Perspektiven für eine integrierte Gesundheitsversorgung"

Doch immer blieb ich auch lernend, wissbegierig, zuhörend, achtend.  Neue Kenntnisse und Konzepte entstehen aus der Kombination des eigenen Wissens mit den stetigen Erfahrungen. Durch dieses Verständnis  war es mir möglich, die betrieblichen Felder des Krankenhauses nicht nur kennenzulernen, sondern aktiv begleitend weiterzuentwickeln. In Hannover arbeitete ich beispielsweise als Projetkoordinator der Neukonzeption der Speisenversorgung und der Radiologie, wo wir durch betriebliche Einsparungen Modernisierungsinvestitionen finanzieren konnten. Ich entwickelte ein Konzept für die Zusammenarbeit mit der Industrie, für die Durchführung von klinischen Studien etc.  Nachdem ich als zweiter Projektberater neben dem Hauptberater und zwischenzeitlichen Klinikmanager an der Formulierung der Grundstruktur des neuen Eigenbetriebs mitarbeitete, war ich beteiligt an der Neustrukturierung des Controlling und des Finanzwesens im Klinikum Hannover, an der Ausarbeitung und Konkretisierung der dezentralen Steuerung,  an der Entwicklung eines Gebäudemanagementssystems   usw.

Diese Erfahrung erst  ermöglichte es mir, die Aufgabe im Klinikum Dortmund wahrzunehmen.  Die Leidenschaft für dieses, in gewisser Hinsicht mein Krankenhaus, hat mich dazu gebracht, trotz reizvoller Aufgaben in Hannover (Integration des Klinikums der Landeshauptstadt sowie der Krankenhäuser des Landkreises Hannover in die Region Hannover) angesichts der erkennbar schwierigen Konstellation nach Dortmund zu wechseln.  

Es war eine sehr schwere Aufgabe. Innerhalb eines Jahres war klar, es würde nur über deutliche Einsparungen gehen. Das Klinikum gehörte zu den  Verlierern der Konvergenzphase der DRG-Einführung. Der hauseigene Fallwert war deutlich höher, als der allerdings sehr niedrige Basisfallwert des Landes NRW. Zusammen mit der Hauptgeschäftsführerin erarbeitete ich ein Zukunftssicherungsprogramm, das mit den betriebsinternen und den externen Akteuren (Gesellschafter, Gewerkschaften) als Zukunftsabkommen vereinbart wurde.  Bestandteil war auch die Ausgliederung der gewerblichen Betriebe in eine Servicegesellschaft ab 2005, deren alleiniger Geschäftsführer ich  wurde.  2007 folgte bereits das Folgeprogramm.

Schnell wurde aber auch klar, dass die Konstellation in der Geschäftsführung weder personell noch funktionell zukunftsträchtig war.  Im Jahr 2006 wurden die frei werdenden Positionen der ärztlichen und der pflegerischen Geschäftsführung gestrichen. Ich erhielt nahezu alle frei werdenden  Ressorts als Verantwortungsgebiete übertragen, mit Ausnahme der Medizintechnik, die in die Bauabteilung und damit  in das Aufgabenfeld der Hauptgeschäftsführerin integriert wurde, sowie des Medizincontrolling, das aber faktisch schon vorher der Hauptgeschäftsführerin fachlich zugeordnet war.  Kurze Zeit später (ab 2007)  wurde mir auch noch die Inhouse- und Zwischenhauslogistik zugeordnet.

Aufgaben und Projekte gab es zuhauf. Hier nur eine Auswahl: Aufbau des OP-Managements, Aufbau einer Servicegesellschaft, Aufbau einer Leitstelle, Neuorganisation der Aufgaben zwischen den Berufsgruppen, z.B. Einführung von Stationsassistenten und Versorgungsassistenten, Aufbau einer klinikumseigenen Aus-, Fort- und Weiterbildungsakademie, Rekrutierung der Klinikdirektoren mit der Einführung neuer Chefarztverträge, Einführung von realitätsnahen Zielvereinbarungen über Personalkosten und Leistungsentwicklungen, Schaffung einer Leiststelle, Neuaufbau einer Zentralsterilisation, Neukonzeption und Weiterentwicklung der Laboratoriumsmedizin und der Transfusionsmedizin, Weiterentwicklung der pflegerischen Expertenstandards, Konzeptionierung eines umfassenden unternehmerischen Risikomanagements, Weiterentwicklung des QM, Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, Aufbau der Stabsaufgabe Personalentwicklung und so weiter.

Daneben war ich auch ansprechbar für überbetriebliche Konzepte. Ich war jahrelang anerkanntes Mitglied des Personal- und Organisationsausschusses der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dadurch auch Mitglied der DKI-Projektgruppen zur Neuorganisation der ärztlichen und der pflegerischen Tätigkeiten.  Als Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Großkrankenhäuser lag mir vor allem die Bündelung der Kompetenzen und damit der Stärkung der Zusammenarbeit der kommunalen Häuser am Herzen.


 
 
 
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